Randgänge der Mediengeschichte
![]() |
Matthias Buck, Florian Hartling, Sebastian Pfau Randgänge der MediengeschichteWiesbaden: VS 2010. 322 Seiten, ISBN 978-3-531-16779-4 |
Zusammenfassung
Die „Randgänge der Mediengeschichte“ umkreisen bekannte und unbekannte Territorien der Historiographie und widmen sich damit einem der größeren Themengebiete der Medien(kultur)wissenschaft. Der vorliegende Band stellt aktuelle Forschungspositionen zusammen, die noch vorhandene weiße Flecken im Feld explorieren. Dazu gehört der große mediengeschichtliche Überblick ebenso wie Einzelstudien zur Bildgeschichte von den Ikonen bis zum digitalen Bildschnitt, zu Emotionen und Medien aus mediengeschichtlicher Perspektive, zur Technikgeschichte der Medien, zur Geschichte von Hören und Medien, zur Geschichte von Medien und Öffentlichkeit sowie zur Medienanalyse unter medienhistorischer Fragestellung. Dabei werden unterschiedliche systematische Facetten der Mediengeschichtsschreibung beleuchtet, sei es die technische Herausbildung von Einzelmedien, die Geschichte von institutionellen Entwicklungen oder die Beschreibung von programmgeschichtlichen Aspekten.
Inhalt
Einleitung
I. Historiographie
Rainer Leschke
Mediale Konstellationen und mechanische Bräute. Überlegungen zur Konzeption von Kommunikationsgeschichte.
II. Bildgeschichte
Gerhard Lampe
Reflexionen zu William Henry Fox Talbots Photographie Die offene Tür
Kathrin Fahlenbrach
Ikonen in der Geschichte der technisch-apparativen Massenmedien. Kontinuitäten und Diskontinuitäten medienhistorischer Ikonisierungsprozesse
Manja Rothe-Balogh
Stay – Neue Perspektiven im Schnitt- und Filmraum
III. Emotionen und Medien
Ingrid Brück
Liebesgeschichte(n)
Anne Bartsch
Zeitungs-Sucht, Lesewut und Fernsehfieber. Zur Geschichte der kritischen Diskurse über Medien und Emotionen
IV. Technikgeschichte der Medien
Klaus Kreimeier
Eine technische Tour de Force. Thomas A. Edison und seine Mitarbeiter
Claudia Dittmar
Geplatzte Träume im Äther. Gescheiterte Projekte des DDR-Fernsehens im Wettstreit mit dem Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland
Jessica Quick
Vom Rezeptions- zum Selektionsmedium oder: Wie der Journalismus digital wurde. Eine exemplarische Untersuchung des Online-Engagements in der deutschen Presselandschaft
Jürgen Beine
Edition von Materialien zur Geschichte der Ritualmordvorwürfe. Wikis als eine Herausforderung für die Geschichtswissenschaft?
V. Hören und Medien
Karl Karst
Medium Ohr. Eine kurze Geschichte des Hörens
Thomas Wilke
Der Ton läuft. Zur Reproduzierbarkeit historischer Hörräume
Golo Föllmer
Vision, Utopie und Pragmatismus. Historische Positionen zum öffentlichen Raum in Musik und Audio Art
VI. Medien und Öffentlichkeit
Cornelia Bogen
Melancholie und Medien. Aspekte der Gesundheitskommunikation in der Epoche der Aufklärung
Reinhold Viehoff
Sinn und Form – „personality“ … „private homepage“ … „under construction“. Überlegungen zu kommunikativen Selbstdarstellungen im Internet
Daniela Pscheida und Sascha Trültzsch
Am Rande des guten Geschmacks?! Eine kleine Medienkulturgeschichte der veröffentlichten Privatheit
Helmut Schanze
Der Computer als Medium: Paradoxien der Computersicherheit
VII. Medienanalyse
Cordula Günther
Mediengeschichte fängt bei Adam und Eva an
Matthias Uhl und Peter Hejl
Die alten Geschichten sind die Besten. Eine evolutionstheoretisch-inhaltsanalytisch vergleichende Untersuchung westlicher und indischer Erfolgsfilme.
Ulrike Schwab
Der Kriegsfilm: Historisch-kritische Reflexionen zur Bestimmung eines Genres
Rezensionen (Auszüge)
Mit dem ungewöhnlichen Titel der „Randgänge“ wollen die Herausgeber, die in der Hallenser Medien- und Kommunikationswissenschaft beheimatet sind, das Territorium der Mediengeschichte vermessen. Die historischen Zugänge, wie man sie hier mehrheitlich anwendet, werden dazu genutzt, zur Kommunikationswissenschaft beizutragen, die sich ja sonst radikal enthistorisiert hat. [...]
Angesichts der behandelten Kapitel-Stichworte zeigt sich, dass der Sammelband tatsächlich das heutige Spektrum mediengeschichtlicher (und aktueller Medienanalyse) aus Sicht der Kommunikationswissenschaft und empirischen Literaturwissenschaften zu einem nicht unbeträchtlichen Teil abbildet. Die mehrfach angewandte Methode qualitativer Inhaltsanalyse stellt ein Moment dar, das die einzelnen Beiträge miteinander verbindet.
Clemens Zimmermann, H-Soz-u-Kult, 12.11.2010. http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-4-109.


