Randgänge der Mediengeschichte

19. November 2010
Titel Der digitale Autor

Matthias Buck, Florian Hartling, Sebastian Pfau

Randgänge der Mediengeschichte

Wiesbaden: VS 2010.

322 Seiten, ISBN 978-3-531-16779-4


Zusammenfassung

Die „Randgänge der Mediengeschichte“ umkreisen bekannte und unbekannte Territorien der Historiographie und widmen sich damit einem der größeren Themengebiete der Medien(kultur)wissenschaft. Der vorliegende Band stellt aktuelle Forschungspositionen zusammen, die noch vorhandene weiße Flecken im Feld explorieren. Dazu gehört der große mediengeschichtliche Überblick ebenso wie Einzelstudien zur Bildgeschichte von den Ikonen bis zum digitalen Bildschnitt, zu Emotionen und Medien aus mediengeschichtlicher Perspektive, zur Technikgeschichte der Medien, zur Geschichte von Hören und Medien, zur Geschichte von Medien und Öffentlichkeit sowie zur Medienanalyse unter medienhistorischer Fragestellung. Dabei werden unterschiedliche systematische Facetten der Mediengeschichtsschreibung beleuchtet, sei es die technische Herausbildung von Einzelmedien, die Geschichte von institutionellen Entwicklungen oder die Beschreibung von programmgeschichtlichen Aspekten.

 

Inhalt

Einleitung

Matthias Buck, Florian Hartling, Sebastian Pfau
Randgänge der Mediengeschichte: Einleitende Bemerkungen

I. Historiographie

Rainer Leschke
Mediale Konstellationen und mechanische Bräute. Überlegungen zur Konzeption von Kommunikationsgeschichte.

II. Bildgeschichte

Gerhard Lampe
Reflexionen zu William Henry Fox Talbots Photographie Die offene Tür

Kathrin Fahlenbrach
Ikonen in der Geschichte der technisch-apparativen Massenmedien. Kontinuitäten und Diskontinuitäten medienhistorischer Ikonisierungsprozesse

Manja Rothe-Balogh
Stay – Neue Perspektiven im Schnitt- und Filmraum

III. Emotionen und Medien

Ingrid Brück
Liebesgeschichte(n)

Anne Bartsch
Zeitungs-Sucht, Lesewut und Fernsehfieber. Zur Geschichte der kritischen Diskurse über Medien und Emotionen

IV. Technikgeschichte der Medien

Klaus Kreimeier
Eine technische Tour de Force. Thomas A. Edison und seine Mitarbeiter

Claudia Dittmar
Geplatzte Träume im Äther. Gescheiterte Projekte des DDR-Fernsehens im Wettstreit mit dem Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland

Jessica Quick
Vom Rezeptions- zum Selektionsmedium oder: Wie der Journalismus digital wurde. Eine exemplarische Untersuchung des Online-Engagements in der deutschen Presselandschaft

Jürgen Beine
Edition von Materialien zur Geschichte der Ritualmordvorwürfe. Wikis als eine Herausforderung für die Geschichtswissenschaft?

V. Hören und Medien

Karl Karst
Medium Ohr. Eine kurze Geschichte des Hörens

Thomas Wilke
Der Ton läuft. Zur Reproduzierbarkeit historischer Hörräume

Golo Föllmer
Vision, Utopie und Pragmatismus. Historische Positionen zum öffentlichen Raum in Musik und Audio Art

VI. Medien und Öffentlichkeit

Cornelia Bogen
Melancholie und Medien. Aspekte der Gesundheitskommunikation in der Epoche der Aufklärung

Reinhold Viehoff
Sinn und Form – „personality“ … „private homepage“ … „under construction“. Überlegungen zu kommunikativen Selbstdarstellungen im Internet

Daniela Pscheida und Sascha Trültzsch
Am Rande des guten Geschmacks?! Eine kleine Medienkulturgeschichte der veröffentlichten Privatheit

Helmut Schanze
Der Computer als Medium: Paradoxien der Computersicherheit

VII. Medienanalyse

Cordula Günther
Mediengeschichte fängt bei Adam und Eva an

Matthias Uhl und Peter Hejl
Die alten Geschichten sind die Besten. Eine evolutionstheoretisch-inhaltsanalytisch vergleichende Untersuchung westlicher und indischer Erfolgsfilme.

Ulrike Schwab
Der Kriegsfilm: Historisch-kritische Reflexionen zur Bestimmung eines Genres

 

Rezensionen (Auszüge)

Mit dem ungewöhnlichen Titel der „Randgänge“ wollen die Herausgeber, die in der Hallenser Medien- und Kommunikationswissenschaft beheimatet sind, das Territorium der Mediengeschichte vermessen. Die historischen Zugänge, wie man sie hier mehrheitlich anwendet, werden dazu genutzt, zur Kommunikationswissenschaft beizutragen, die sich ja sonst radikal enthistorisiert hat. [...]

Angesichts der behandelten Kapitel-Stichworte zeigt sich, dass der Sammelband tatsächlich das heutige Spektrum mediengeschichtlicher (und aktueller Medienanalyse) aus Sicht der Kommunikationswissenschaft und empirischen Literaturwissenschaften zu einem nicht unbeträchtlichen Teil abbildet. Die mehrfach angewandte Methode qualitativer Inhaltsanalyse stellt ein Moment dar, das die einzelnen Beiträge miteinander verbindet.

Clemens Zimmermann, H-Soz-u-Kult, 12.11.2010. http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-4-109.

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