Presse (1): Dozent in einer Minute

11. Mai 2010 Keine Kommentare

Für das hallische Studierendenfernsehenprojekt “Uni-TV” habe ich vor einiger Zeit ein kleines Statement zum Familienaktionsjahr der Universität Halle gegeben. Was ich gern ausführlicher gesagt hätte, aber dann doch leider der knappen Zeitbeschränkung zum Opfer fiel, war folgendes: Nicht nur unterstützt der Beruf eines Wissenschaftlers das Familienleben mit kleinen Kindern in gewisser Weise recht gut (Flexibilität der Zeit), auch wenn er andererseits gleichzeitig große Bedrohungen mit sich bringt (Unsicherheit der Anstellungen, geforderte Mobilität). Und hier überwiegen die Vorteile, was die Uni als Institution strukturell ermöglicht, hoffentlich auch zunehmend aktiver noch unterstützt.
Die Wissenschaft allgemein, eine Universität im Besonderen tut aber auch sehr gut daran, so zu handeln. Denn die Kinder von heute sind ja die Studierenden von morgen, es liegt also im ureigendsten Interesse jeder Bildungs- und logisch auch Forschungsinstitution, hier frühzeitig an den akademischen Nachwuchs zu denken.

Über die Beförderung in der Anmoderation habe ich mich erstmal gefreut, der Titel ist aber natürlich noch nicht verdient. Ich nehme das mal als gutes Omen und möglicherweise als Ansporn, auf dem gewählten Pfad kräftig weiter auszuschreiten.

Hier das Video:

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Rückblick (5): Zwischen Bürgerjournalisten und ‚silver surfern’

16. April 2010 Keine Kommentare

Die Veränderungen durch die neuen Kommunikationsdienste des Web 2.0 (Twitter & Co.) sind in aller Munde – und sie kommen (endlich) auch in der Politik an. So kann es nicht verwundern, dass sich auch die politischen Stiftungen dieser Thematik annehmen. So geschehen etwa auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die gestern in der Händel-Halle stattfand (siehe Ankündigung).

Ich war gebeten worden, die Dienste zu Beginn wirklich sehr grundlegend zu erklären, was für die anwesenden ‚silver surfer’ sicher ganz richtig war, für die etwas kleinere Gruppe von engagierten Netznutzern (Profi- und Bürgerjournalisten, Studierende) vermutlich weniger neu. (Womöglich ist das aber ein Spagat, den politische Stiftungen, die ja sehr integrierend arbeiten müssen, häufig zu leisten haben.) Aber natürlich war auch etwas Zeit für weitergehende Einschätzungen, die in der anschließenden Podiumsdiskussion vertieft wurden:
Erstens: Meiner Auffassung nach bietet das Netz sehr große Potentiale für eine wirklich bidirektionale Kommunikation zwischen Politiker und Netznutzer, was ich den ‚virtuellen Wahlkampfstand’ genannt habe. Allerdings erfordert das notwendig, dass der Politiker sich wirklich intensiv mit Kommentatoren beschäftigt und Einträge nicht einfach nur an das Büro delegiert. Und damit haben sie ein Zeitproblem. (Der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka hat dazu sehr lebendige Eindrücke aus seinem ‚Twitteralltag’ gegeben.)

Zweitens: Diese Aktivitäten der Politiker werden zu einer möglichen Quelle, an die journalistische Berichterstattung anschließen kann, vor allem wenn Politiker Informationen posten, die sie (noch) nicht über die traditionellen Kanäle verschickt haben. Am interessantesten für die Medien sind aber die kleinen und großen Skandale um solche Veröffentlichungen, etwa wenn vertrauliche Informationen oder den politischen Gegner schähendes gepostet wird.

Drittens: (Eigentlich auch ein ‚alter Hut’, aber in der Veranstaltung noch einmal großes Thema.) Auch politisch interessierte Akteure und Bürgerjournalisten dringen mit ihren Veröffentlichungen nicht zu den traditionellen Medien ‚durch’. Sie können ihre Themen den traditionellen Medien nur ‚anempfehlen’, und sind notwendigerweise auf deren Publikationsmacht angewiesen, um tatsächlich breite Massen zu erreichen. (Dies wurde vom MZ-Chefredakteur Jörg Biallas mit einem flammenden Plädoyer für den Profijournalismus bekräftigt.)

Viertens (und was leider dann in der Diskussion etwas kurz kam): Trotzdem bietet das Netz für andere politische Akteure als die traditionellen Politiker, für ‚Grasroot’-Aktivitäten. Dies gilt nicht zuletzt für Themen und Probleme des Netzes selbst. Hier sehe ich etwa die Aktivitäten rund um „netzpolitik.org“, die Multiplikatorfunktion der Meinungsführer in der Blogosphäre, die Netzaktivisten als beratende Experten in Regierungsgremien etc.

Bedingt durch sein ‚setting’ (am Ende drei Journalisten, ein Bundestagsabgeordneter, ein Medienwissenschaftler) war sich das Podium in den meisten Fragen recht einig, was ich im Rahmen einer solchen ‚Bildungs’-Veranstaltung okay finde. In den anschließenden Gesprächen mit den Bürgerjournalisten und Studierenden und in deren Twitter-Feeds wurde aber ein gewisser Wunsch nach mehr Dissonanz laut.

Twitterfeed mit dem Hashtag: #fespodium
Weitere Berichte erscheinen sicher bei der MZ und den hallenser Onlineplattformen, die trage ich nach.

Update: Berichte.

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Programmhinweis (5): Facebook, Blogs und Twitter – neue Medien verändern den Nachrichtenjournalismus

13. April 2010 Keine Kommentare
Twitter
Bild: Abigail Silvester, via Flickr

Am kommenden Donnerstag (15. April 2010) halte ich den Einführungsvortrag bei einer Podiumsdiskussion, die die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet. Es geht darum, wie die neuen Kommunikationsdienste des Web 2.0 von den Politikern benutzt werden, aber auch die journalistische Berichterstattung über Politik verändert. Das ist zwar kein ganz neues Thema, wird aber derzeit gerade sehr befeuert, nachdem der Bundestag hier einen deutlichen Nachholbedarf für sich entdeckt hat und jüngst die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ einsetzte. Verweisen kann ich auch auf eine der letzten „Breitband“-Sendungen (Deutschlandradio Kultur), die die neu aufflammende Beziehung zwischen Politik und Netz zu einem Schwerpunktthema gemacht hat („Die Politik entdeckt das Netz“).
Eingeladen sind zudem der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka, Jörg Biallas, der Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung sowie Marcus W. Neise, Projektmanagement soziale Medien aus der MDR Hörfunkredaktion. Also verspricht es ein sehr interessantes Aufeinandertreffen von Politik, Journalismus und Netz auch in persona zu werden. Ort ist die Händelhalle Halle, Beginn um 18:00 Uhr. Anmeldungen werden unter Mail: info.magdeburg@fes.de erbeten.
Ich poste dann nächste Woche (m)eine kleine Einschätzung. (erledigt)

Updates:

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Rückblick (4): Dokumentation der Innsbrucker Tagung

11. Januar 2010 Keine Kommentare

Aus dem ‚alten Jahr’ ist noch nachzutragen, dass endlich die Dokumentation einer Tagung zum Thema „Archivierung von digitaler Literatur“ online ist, welche im Oktober 2009 an der Universität Innsbruck stattfand (Details im dazugehörigen Post). Leider sind die ersten Vorträge von der Technik ‚verschluckt’ worden, was zugänglich ist, ist aber auch nicht zu verachten. :)
Wie man sieht, gibt es sehr interessante theoretische Positionen und Reflexionen, diese verbinden sich meiner Meinung nach gut mit den praktischen Erfahrungsberichten von den Archivierungsorganisationen (4. Panel). Dass das Problem insbesondere auch die Autoren selbst umtreibt, zeigt das 5. Panel und in gewisser Weise auch der Mitschnitt der Bloglesung „Andere (digitale) Welten“.
Hier noch schnell die Adresse: http://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/727223.html. Mein Beitrag findet sich im 3. Panel.

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Publikation (4): Randgänge der Mediengeschichte

26. November 2009 Keine Kommentare
Randgänge der Mediengeschichte
Titelblatt “Randgänge
der Mediengeschichte”

Pünktlich zum neuen Jahr ist auch noch ein Sammelband erschienen, den ich zusammen mit zwei Kollegen von meinem Institut in Halle herausgegeben habe. (Oder vielmehr: eigentlich ist es natürlich noch etwas Zeit für das ‚alte’ Jahr, aber verlagstechnisch ist 2010 als Erscheinungsjahr vermerkt, was nicht ganz ungeschickt ist, so gibt es für das neue Jahr schon einen größeren Brocken.) Wir haben darin jüngere Arbeiten zum weiten Feld der Mediengeschichte zusammengestellt, was auch in der Verlagsankündigung bereits anklingt: „Die ‚Randgänge der Mediengeschichte’ umkreisen bekannte und unbekannte Territorien der Historiographie und widmen sich damit einem der größeren Themengebiete der Medien(kultur)wissenschaft. Der vorliegende Band stellt aktuelle Forschungspositionen zusammen, die noch vorhandene weiße Flecken im Feld explorieren.“
Besonders stolz bin ich, dass wir hier sehr interessante Arbeiten zusammenführen konnten, die die historische Perspektive von ganz unterschiedlichen Phänomenen (Emotionen, Öffentlichkeit, Ikonen, Hören) und nahezu allen relevanten Medien (Zeitungen, Bücher, Fernsehen, Film bis hin zu den digitalen Medien) diskutieren. Den Band selbst haben wir am 23.11.2009 als Festschrift an Prof. Dr. Manfred Kammer übergeben, der mich seit nunmehr fünf Jahren in sehr verschiedenen Funktionen auch auf meinem ganz persönlichen akademischen Lebensweg begleitet hat. Er selbst ist einschlägig im Feld der Mediengeschichte und insbesondere der Geschichte von digitalen Medien unterwegs.

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