Der digitale Autor
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Florian Hartling
Der digitale Autor. Autorschaft im Zeitalter des InternetsBielefeld: Transcript 2009. 382 Seiten, ISBN 978-3-8376-1090-1 |
Zusammenfassung
Das Internet ist ein demokratisches Medium – jeder kann Texte publizieren, der »schreibende Leser« ersetzt den traditionellen Autor. So lauten gängige – aber falsche – Vorstellungen, wenn von Literatur im Netz die Rede ist. Stattdessen ist mit dem Boom der Netzliteratur ein Aufleben des Autors im Internet zu beobachten, zusammen mit traditionellen Formen des Literaturbetriebs.
Dieses Buch liefert eine erste systematische Analyse der Bedingungen von Autorschaft im Internet. Damit widmet es sich einem Problem, das für die neuere medientheoretische Diskussion und die methodische Entwicklung der Medienwissenschaft von großer Bedeutung ist.
Rezensionen (Auszüge)
“For Hartling, appreciating the wide range of approaches to literary activity on display in the online environment adds an important level of differentiation from conventional, print-led understandings of authorship as ‘strong’ or ‘weak’, ‘useful’ or ‘marginalized’. […]
His examples, with their unfamiliar mix of creative positions and technological processes, do […] help to separate out the different aspects of authorship that are usually merged within just one or two individuals (author, reader, and perhaps editor/publisher) in the traditional print context.”
Rebecca Braun, Modern Language Review. Jg. 106 (2011). H. 3. S. 926-929.
“Der Gewinn der Studie liegt vor allem in einer Beschreibung der philosophischen, technischen, ökonomischen und rechtlichen ‘Rahmenbedingungen’ von Internet-Autorschaft sowie im Vorschlag einer Typologie von ‘Online-Autorschaft’, die das Internet als ‘Jungbrunnen literarischer Autorschaft’ darstellt und von der Verkultung des Autors bis zu dessen Dissoziation reicht.”
Steffen Martus, GERMANISTIK, Jg. 51 (2010). H. 1-2. Nr. 962.
“In the current state of the internet and its layers, from email and chat to blogs and games, what is the place of digital authorship, of literature? Florian Hartling, whose book is based on his dissertation, is well-versed in literary theory, and relies in particular on the way the work of Foucault has been put to use in German Studies. [...]
In sum, Hartling’s highly competent and well-informed book on digital authorship raises, but does not begin to address, issues concerning the many contemporary forms of digital readership, particularly this side of their aggregation for the purpose of advertising and statistics.”
Peter Krapp, Monatshefte. Volume 102 (2010). No. 2. S. 231-232.
“Dass der Netzliteratur und ihren Protagonisten heute nicht mehr viel bleibt, als sich selbst zu historisieren, kann man gut an Florian Hartlings 2009 erschienener Dissertation ‘Der digitale Autor – Autorschaft im Zeitalter des Internets’ ablesen: Die Arbeit ist weniger – wie der Titel vermuten ließe – eine aktuelle Analyse der verschiedenen Dimensionen der Autorschaft und der Veränderung ihrer Paradigmen im digitalen Zeitalter, sondern sie ist vielmehr eine recht minutiöse Rekonstruktion der theoretischen Diskurse um das Genre der Netzliteratur von ihren Anfängen Mitte der 90er Jahre bis zur Gegenwart. […]”
Christiane Heibach, Medien & Kommunikationswissenschaft. Jg. 58 (2010). H. 4. S. 587-588.
“Die sehr faktenreiche und theoretisch fundierte Arbeit, in der es Hartling gelingt, die umfangreichen und widersprüchlichen Debatten zu Netzliteratur und Autorschaft anschaulich zusammenzufassen und für sein Thema produktiv zu machen, besticht durch einen übersichtlichen Aufbau, klare Begriffsdefinitionen und nicht zuletzt durch einen ausgesprochen leserfreundlichen Stil. Hartling legt mit seiner Dissertation erstmals eine systematische Beschreibung von Autorschaft unter den Bedingungen des Internets vor. Diese schließt eine Lücke im netzliterarischen Diskurs und bietet zudem einen interessanten Überblick über die vielfältige deutschsprachige Netzliteraturszene.”
Sigrid Meßner, MEDIENwissenschaft. Jg. 27 (2010). H. 2. S. 257-258.
“Florian Hartlings Werk ist theoretisch ungemein fundiert, sehr faktenreich – für die deutschsprachige Netzliteratur geradezu enzyklopädisch – und dennoch sehr gut lesbar. Insbesondere Teil 3, in dem netzkulturelle Rahmenbedingungen vorgestellt werden und die digitale Autorschaft an wichtigen Beispielen aus dem Gegenwartskanon der deutschsprachigen Netzliteratur diskutiert wird, dürfte auch, über die Fachkreise hinaus, für den allgemein interessierten Leser eine faszinierende und anregende Lektüre sein.”
Johannes Auer, www.netzliteratur.net, 5 (2009)
Presseveröffentlichungen zum Buch
- Pressemitteilung vom 29.05.2009
- Artikel “Zwischen Inszenierung und Codekunst. Digitale Literatur wird inspiziert.” In: scientia halensis 3/08, S. 17. (PDF-Datei, 9 MB)
- Artikel “Florian Hartlings ‚Club der toten Autoren‘. Doktorarbeit über neue Medien und alte Vorstellungen”. In: MuKJournal. Heft 8. Sommersemester 2008, S. 7. (PDF-Datei, 5 MB)
Interviews
- Interview in der Sendung „Breitband“ vom 30. Mai 2009, Deutschlandradio Kultur, 14:05 Uhr, ca. 6:30 min. Download
- Interview in der Sendung „Mittagsmagazin“ vom 8. Juni 2009, Radio Corax, Halle, 13:00 Uhr, ca. 23:00 min. Download
- Interview in der Sendung „Der Neue Morgen“ vom 12. Juni 2009, HoRadS (Hochschulradio Stuttgart), 9:00 Uhr, ca. 3:30 min

