Im letzten Herbst konnte man jeden Abend in den Nachrichten zusehen, wie sich der politische Protest gegen die massiven wirtschaftlichen Einschnitte Bahn brach. Insbesondere in Südeuropa sah man sehr drastische und auch beklemmende Bilder, dankbar von den Massenmedien aufgenommen und im Abendprogramm verbreitet. Und es sicher nicht falsch zu sagen: drastisch und beklemmend inszenierte Bilder.
Ich sage: Inszenierung, weil die gezeigten Proteste in Südeuropa zwar scheinbar spontan und auch unabhängig von den Kameras zu funktionieren scheinen, tatsächlich aber gerade vor den Kameras und für die Kameras erst hergestellt werden
Diese Zusammenhänge stehen im Zentrum meiner Überlegungen, die ich am kommenden Dienstagabend im Rahmen der Ringvorlesung „Protest“ präsentieren will als quasi medienwissenschaftliche Einordnung der Ringvorlesung und als theoretische Hinwendung zu Medien und Protest. (Etwas nachträglich, weil ich beim ersten Termin leider krank gewesen bin.)
Medien nehmen natürlich eine wichtige Rolle in der Politikvermittlung zwischen Politik und Gesellschaft ein. Interessant ist auch, wie Medien Wirklichkeit präsentieren, bzw. vielmehr herstellen und in die Gesellschaft tragen. Auf Basis dieser Zusammenhänge leite ich dann Folgerungen für politischen Protest und Protestbewegungen ab: Protest muss in die Medien wirken, damit die Massen es hören.
Die Veranstaltung wird organisiert von dem studentischen Verein „CultureConAction e.V.“, und ist offen für alle (nicht nur Medien- und Politikwissenschaftler
). Los geht es um 18:15 Uhr im Melanchtonianum, HS 18.
Das Jahr ist noch recht jung, aber es brummt auch schon wieder die Tastatur. In der vergangenen Woche war ich auf Einladung der Fachgruppe „Kommunikationsgeschichte“ (DGPuK) auf einer sehr interessanten Tagung zum Thema „Theorie des Medienwandels“. Das Ganze fand im sehr angenehmen Ambiente der Neuen Stadtbücherei Augsburg statt und war somit bereits in seinem setting hochinteressant: Denn gerade in diesem Gebäude spiegelt sich nachdrücklich der Wandel unseres Mediensystems wider. (Wie vermutlich bei modernen Büchereien – oder Mediatheken – überhaupt.)
Inhaltlich orientierte sich die sehr instruktive Tagung vor allem an einer historischen Perspektive auf die kommunikativen Veränderungen und war recht stark geprägt von Präsentationen aus dem DFG-Schwerpunktprogramm „Mediatisierte Welten“. Dies war dann auch nicht besonders überraschend, weil die Mediatisierung (oder auch „Medialisierung“ als inhaltlich etwas anders fokussiertes Konzept) auch zu einer komplexen Theorie der Kommunikationsgeschichte weiterentwickelt wurde und momentan einen enormen wissenschaftlichen Output aufweisen kann.
Ich selbst war eingeladen, etwas zum Konzept des Dispositivs als mediengeschichtlicher Modellierung zu sagen – auch wenn es unter den „klassischen“ Theorieansätzen subsummiert wurde, bin ich natürlich der Meinung, dass man auch heute noch recht gut damit arbeiten kann. Mehr zur Tagung auf der begleitenden Webseite.
Ende November 2011 feierte mein Arbeitgeber, das Dept. Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Halle-Wittenberg, sein 10jähriges Bestehen als unabhängige Einheit. Das wurde mit einer großen Festwoche gefeiert, in deren Rahmen nicht zuletzt auch gefeiert wurde, dass vor zehn Jahren die Idee geboren wurde, hier in Halle einen Studiengang für Online-Journalismus aufzubauen. Dieser Studiengang ist eine enge und fruchtbare Kooperation zwischen dem Verlagshaus M. DuMont Schauberg bzw. der Mitteldeutschen Zeitung und der Halleschen Europäischen Journalistenschule. Ich selbst durfte von Anfang an konzeptionell und organisationell daran mitwirken. Daher war es mit eine besondere Ehre, diese Kooperation im Rahmen der Festwoche vorstellen zu dürfen – der Text nach dem Klick.
Das Programm der Woche liegt noch hier, in der Mitteldeutschen Zeitung gab es zwei schöne Artikel zum Jubiläum:
Mehr…
Der letzte Vortrag für dieses Jahr führt mich morgen abend in den Hallischen Saal am schönen Universitätsplatz. Das hiesige „Kulturforum der SPD“ lädt ein zu einer Vortragsrunde bzw. einem Podiumsgespräch zum Thema „Bringt das Internet mehr Kultur?“. Dabei wird erfreulicherweise ein recht weiter Kulturbegriff vertreten, neben dem eher ästhetischen Verständnis, auf das ich fokussieren werde, geht es u. a. um Kommunikationskulturen (Twitter und Co.)
Ich widme mich in meinem Einführungsvortrag dem durchaus spannungsvollen Verhältnis zwischen dem Dispositiv Internet und ästhetischer Produktion in ihm. Dabei gehe ich vor allem auf die technischen, ökonomischen, politischen und rechtlichen Bedingungen ein, die künstlerische Produktion online beeinflusst -und natürlich sowohl auf Chancen als auch Gefahren ein. Titel: „Neue Medien: Paradies für Kreative oder kreatives Minenfeld? Chancen, Bedrohungen und der goldene Mittelweg“.
Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr im Hallischen Saal, sie ist wohl auch öffentlich, sodass alle Interessenten herzlich willkommen sind. Weitere Informationen finden sich im Programmflyer.
On November 8th 2010 I’ll be giving a seminar at Lingnan University, Hongkong, for which I have been kindly invited by Prof. Paisley Livingston, Chair Professor and Head, Department of Philosophy. I will be showing some examples of digital literature, especially from German origin, and thought I post them here along with some more resources so that the Hongkong students can do some more research after my talk.
Abstract of my talk
Since the birth of the “World Wide Web” as the most successful application of the Internet, the web has been the hope of literary theorists (e.g. George P. Landow and David Jay Bolter) that the new digital media will finally allow for the “death of the author” and the birth of the “writing reader”. In this talk I will ultimately argue that the author cannot disappear or “die” in this context because its central characteristics will not allow this to happen. Therefore the Internet does not stand for the “death” of the author; instead it seems to be a fountain of youth for literary authorship. These findings are discussed using recent experiments with authorship in digital literature.
Examples of works of digital literature
Solitary authorship
Collaborative authorship
Marginalised authorship
Dissociated authorship
Where can you find more (good) works of digital literature
Research
Research on digital literature: Some important organizations and conferences
Discussion (my research in print and online)
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- Hartling, Florian, 2009: The Digital Author? Authorship in the Digital Era. In: Vanesa Matajc, Gašper Troha, 2009: Avtor: kdo ali kaj piše literaturo? / The Author: Who or What is Writing Literature? Ljubjana: Slovensko društvo za primerjalno književnost. (= Special issue Primerjalna književnost / Comparative Literature. Vol. 32. (2009)). S. 199-208. (you can grap a copy of this special issue as a pdf from the web)
- Hartling, Florian, 2009: Dissoziierte Autoren. Netzliterarische Autorschaft zwischen Tradition und Experiment. In: dichtung-digital. No. 39. Vol. 11 (2009). <http://www.dichtung-digital.org/2009/Hartling.htm>. (sorry, German only…)
Is there digital literature on the iPad?
Thanks
Resources