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Archiv für die Kategorie ‘Interviews’

Presse (3): Facebook für Dichter, Twitter für Firmen

15. Juli 2010 2 Kommentare

Neben Rezensionen zu meiner akademischen Arbeit sind in der letzten Zeit auch zwei Presseartikel zu „Social Network Services“ (also Twitter, Facebook & Co.) erschienen, in denen Stellungnahmen von mir eingeflossen sind. Beide sind online verfügbar.

Los geht es mit der Plattform „evangelisch.de“, das mit dem evangelischen Magazin „Christmon“ (liegt einmal zuweilen meiner Tageszeitung bei) und dem evangelischen Pressedienst (epd) verbunden ist. Diese hatte den Start des ersten(?) deutschsprachigen Facebook-Romans „Zwirbler“ am 1. Juli zum Anlass genommen, um allgemein über neue Formen von netzbasierter Literatur und speziell über ihn selbst zu berichten. Meine Position ist etwas skeptisch: Zum einen glaube ich nicht, dass sich der erhoffte Erfolg einstellt, auch wenn das Projekt derzeit sehr durch den ohnehin virulenten Facebook-Hype befördert wird. Allerdings hat sich immer wieder gezeigt, dass digitale Literatur nie ein Massenphänomen sein kann, gerade wenn sie konzeptuell anspruchsvoll ist, und das Interesse der Leser oft schnell erlahmt. Zum anderen ist „Zwirbler“ natürlich nur das, was ich „Literatur in Netz“ nenne; also vor allem ein klassischer Text, der über die Plattform befördert wird und kaum netztypische Techniken verwendet. Es dürfte interessant sein zu sehen, ob die Kommunikation mit den Lesern wirklich so etwas wie einen interessanten, kollaborativen Text hervorbringt. (Wie das funktionieren kann und auch zu funktionieren hat, stellt etwa das literarische Blog von Alban N. Herbst seit einigen Jahren unter Beweis, auch da eher klassische Texte, aber deutlich intensivere Kommunikationen mit den Lesern, die auch in die Texte fließen, sowie ein kollaboratives, „chorisches“ Tagebuch).
Der Artikel: „Interaktiv: Der erste Facebook-Roman startet“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Mitteldeutsche Wirtschaft“, herausgegeben von der der IHK Halle-Dessau, interessiert sich (nomen est omen) nicht für die künstlerischen Impulse der SNS, sondern dafür, wie die neuen Dienste von klein- und mittelständischen Firmen genutzt werden können. Der Redakteur hat mich gefragt, wie ich die Chancen für das Business bewerte und was die Firmen zu beachten haben. Auch hier bin ich etwas zwiegespalten. Zwar bieten Twitter & Co. zunächst natürlich ganz hervorragende Möglichkeiten, aus dem reinen Versenden von Werbematerialien herauszukommen und in eine echte Kommunikation mit den Kunden einzutreten. Hier bieten die neuen Plattformen Anschlusspunkte etwa für virales Marketing, das eben auf Kundenvertrauen basiert. Allerdings muss diese Aufgabe auch ernst genommen werden, was vor allem notwendig zu investierende Zeit und damit auch Geldinvestitionen bedeutet. Denn lieb- und strategieloses Twittern bringt keinen Erfolg, kann umgedreht sogar schädlich für das Image sein. Also muss hier die PR-Abteilung (so es sie gibt) oder gar der Inhaber persönlich heran. Mein Fazit: „Man darf nicht halbherzig twittern“.
Das gesamte Heft kann online (sehr löblich!) komplett gelesen bzw. sogar „durchgeblättert“ werden, das Interview steht auf den Seiten 12/13.

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Interview (2): Schreiben in Zeiten von E-Books und Googlekratie

9. Juni 2009 Keine Kommentare

(Ankündigung eines Interviews, dass ich im Mittagsmagazins des lokalen Hallenser Radios “Corax” gegeben habe, 8. Juni 2009, 13:15 Uhr)

Der nordamerikanische Künstler Rob Matthews hat kürzlich einen 5000 Seiten starken Band drucken lassen, der alle „featured articles“ des freien Internet Lexikons Wikipedia enthält. „Featured articles“ ist sozusagen das “best of” von Wikipedia – eine Auswahl von 2500 aus fast 3 Millionen Artikeln. 30 cm hoch ist dieser Schmöker, mit dem Rob Matthews Wikipedia als Internetquelle hinterfragt. Bekanntlich schreiben auf Wikipedia eine unglaublich Menge an Autoren mit. Es besteht die Möglichkeit Texte zu ergänzen, Änderungen vorzuschlagen und Diskussionen zu starten. – Das Internet ist längst eine Plattform geworden, auf der viele Nutzer selbst schreiben und eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten zum Schreiben im Netz entwickelt haben. Florian Hartling ist Medienwissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Doktorarbeit “Der digitale Autor – Autorschaft im Zeitalter des Internets” ist soeben im Transcript Verlag erschienen.

Interview (1): Reflexionen zum Internet als Chance für Autoren

30. Mai 2009 Keine Kommentare

(Aus einem Interview, dass ich in der Sendung „Breitband“ gegeben habe, Deutschlandradio Kultur, 30. Mai 2009, 14:05 Uhr)

Häufig lassen die traditionellen Gatekeeper (Verlage etc.) Autoren auch aus nichtliterarischen Gründen nicht in den Markt. Das führt dazu, dass Schriftsteller ausgeschlossen werden, worunter sie auch sehr leiden und sich auch wirklich ausgestoßen fühlen. Diese haben jetzt mit dem Internet die Möglichkeit, selber aktiv zu werden und eine Aufmerksamkeit für sich selbst herzustellen. Es ist nicht einfach, sich gegen die vielen anderen Stimmen im Internet zu behaupten, aber das Netz bietet ja ganz viele Möglichkeiten der Selbstvermarktung – und wer auf diesen geschickt spielt, der kommt auch durch.