Monographien und Sammelbände

30. Juni 2010
Titel Der digitale Autor Florian Hartling

Der digitale Autor. Autorschaft im Zeitalter des Internets

Bielefeld: Transcript 2009.

382 Seiten, ISBN 978-3-8376-1090-1

Das Internet ist ein demokratisches Medium – jeder kann Texte publizieren, der »schreibende Leser« ersetzt den traditionellen Autor. So lauten gängige – aber falsche – Vorstellungen, wenn von Literatur im Netz die Rede ist. Stattdessen ist mit dem Boom der Netzliteratur ein Aufleben des Autors im Internet zu beobachten, zusammen mit traditionellen Formen des Literaturbetriebs.
Dieses Buch liefert eine erste systematische Analyse der Bedingungen von Autorschaft im Internet. Damit widmet es sich einem Problem, das für die neuere medientheoretische Diskussion und die methodische Entwicklung der Medienwissenschaft von großer Bedeutung ist.

Rezensionen (Auszüge)

“In the current state of the internet and its layers, from email and chat to blogs and games, what is the place of digital authorship, of literature? Florian Hartling, whose book is based on his dissertation, is well-versed in literary theory, and relies in particular on the way the work of Foucault has been put to use in German Studies. [...]
In sum, Hartling’s highly competent and well-informed book on digital authorship raises, but does not begin to address, issues concerning the many contemporary forms of digital readership, particularly this side of their aggregation for the purpose of advertising and statistics.”
Peter Krapp, Monatshefte. Volume 102 (2010). No. 2. S. 231-232.

“Die sehr faktenreiche und theoretisch fundierte Arbeit, in der es Hartling gelingt, die umfangreichen und widersprüchlichen Debatten zu Netzliteratur und Autorschaft anschaulich zusammenzufassen und für sein Thema produktiv zu machen, besticht durch einen übersichtlichen Aufbau, klare Begriffsdefinitionen und nicht zuletzt durch einen ausgesprochen leserfreundlichen Stil. Hartling legt mit seiner Dissertation erstmals eine systematische Beschreibung von Autorschaft unter den Bedingungen des Internets vor. Diese schließt eine Lücke im netzliterarischen Diskurs und bietet zudem einen interessanten Überblick über die vielfältige deutschsprachige Netzliteraturszene.”
Sigrid Meßner, MEDIENwissenschaft. Jg. 27 (2010). H. 2. S. 257-258.

“Florian Hartlings Werk ist theoretisch ungemein fundiert, sehr faktenreich – für die deutschsprachige Netzliteratur geradezu enzyklopädisch – und dennoch sehr gut lesbar. Insbesondere Teil 3, in dem netzkulturelle Rahmenbedingungen vorgestellt werden und die digitale Autorschaft an wichtigen Beispielen aus dem Gegenwartskanon der deutschsprachigen Netzliteratur diskutiert wird, dürfte auch, über die Fachkreise hinaus, für den allgemein interessierten Leser eine faszinierende und anregende Lektüre sein.”
Johannes Auer, www.netzliteratur.net, 5 (2009)

Presseveröffentlichungen zum Buch

Interviews

Titel Der digitale Autor Matthias Buck, Florian Hartling, Sebastian Pfau

Randgänge der Mediengeschichte

Wiesbaden: VS 2010.

322 Seiten, ISBN 978-3-531-16779-4

Die „Randgänge der Mediengeschichte“ umkreisen bekannte und unbekannte Territorien der Historiographie und widmen sich damit einem der größeren Themengebiete der Medien(kultur)wissenschaft. Der vorliegende Band stellt aktuelle Forschungspositionen zusammen, die noch vorhandene weiße Flecken im Feld explorieren. Dazu gehört der große mediengeschichtliche Überblick ebenso wie Einzelstudien zur Bildgeschichte von den Ikonen bis zum digitalen Bildschnitt, zu Emotionen und Medien aus mediengeschichtlicher Perspektive, zur Technikgeschichte der Medien, zur Geschichte von Hören und Medien, zur Geschichte von Medien und Öffentlichkeit sowie zur Medienanalyse unter medienhistorischer Fragestellung. Dabei werden unterschiedliche systematische Facetten der Mediengeschichtsschreibung beleuchtet, sei es die technische Herausbildung von Einzelmedien, die Geschichte von institutionellen Entwicklungen oder die Beschreibung von programmgeschichtlichen Aspekten.

klein-titel-spiel Florian Hartling, Sascha Trültzsch (Hgg.)

Medienkulturanalysen. Media Culture Analyses

Frankfurt am Main: Peter Lang 2004 [2007]. (= Sonderheft SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 23 (2004 [2007]). H. 2)

177 S., ISSN 0722-7833

Das vorliegende Heft stellt in sehr unterschiedlichen Beiträgen neue Verfahren und Gegenstände der Medienanalyse vor, die sich dezidiert der Methoden und Theorien verschiedener Disziplinen bedienen, um sie auf eine breitere Auswahl von Medien anzuwenden. Dabei wird insbesondere auf die fruchtbaren Transfers aus Soziologie und Psychologie eingegangen. Die Analysen werden anhand von fiktionalen Medienangeboten exemplifiziert. Der Mehrwert der auf diese Weise theoretisch und methodisch aufgewerteten bzw. unterfütterten Analyse zeigt sich in jedem der Beiträge. Alle Beiträge stehen für eine aktuelle Diskussion um die interdisziplinäre Neuorientierung der Medienanalyse und der Medienwissenschaft insgesamt – für das Bestreben, neue und theoretisch stärker rückgebundene Untersuchungen durchzuführen und die wissenschaftliche Diskussion darüber anzuregen.

klein-titel-halma Florian Hartling

Wo ist der Online-Ulysses? Kanonisierungsprozesse in der Netzliteratur

HALMA. Hallische Medienarbeiten 19, 2004.

64 S., ISSN 0949-1880

Netzliteratur ist ein relativ junges Phänomen, welches seine Wurzeln sowohl in den Experimenten der visuellen und konkreten Poesie als auch in den Anwendungen von Hypertext hat. Mit der zunehmenden Bedeutung und Nutzung von Computer- und Netzwerktechnologien ist diese neue Form von Literatur “erwachsen” geworden: Gegenwärtig wird sie als eine der wichtigsten Einflüsse der gegenwärtigen Kunst angesehen. Netzliteratur verbindet nicht nur Sound, Video und Animationen mit interaktiven Elementen und erlaubt damit neue Formen künstlerischen Ausdrucks. Sie löst darüber hinaus die traditionellen Rollen des literarischen Systems auf: Der Tod des Autors bedeutet die Geburt des schreibenden Lesers.

In dieser Studie soll das Konzept des “Kanons”, was in der traditionellen (empirischen) Literaturwissenschaft entwickelt wurde, auf Netzliteratur übertragen und nutzbar gemacht werden. Die Leitfrage ist dabei: Ist gegenwärtig bereits ein solcher Kanon existent und wie modelliert er sich heraus?

Weitere Details finden sich in der ausführlichen Publikationsliste.

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