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Archiv für Januar, 2009

Markieren – Formatvorlage zuweisen

19. Januar 2009 Keine Kommentare

Ein weiterer Tag, den ich am Verlagsmanuskript für meine Dissertationsschrift sitze. Erstaunlich, wieviel Zeit es kostet, ein 452 Seiten – Typoskript ‘mal eben zu aktualisieren’ und dann auch noch einmal zu lektorieren. Wieviel Zeit ein ‘fertiges’ Buch verschlingt. Und noch einmal erstaunlich, dass die Druckvorlage am Ende tatsächlich mit Word erstellt wird – bei “HALMA” arbeiten wir da schon fortschrittlicher (uh, da hab ich auch noch anderthalb Manuskripte, die es zu lektorieren gilt…). Der Abgabetermin ist schon leicht überschritten, aber jetzt geht es auch wirklich auf die Ziellinie. Vorbestellen kann man das Buch auch schon :)

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Nicht anfassen, frisch gestrichen!

16. Januar 2009 Keine Kommentare

Nach über zehn Jahren der statischen Homepages in vielerlei Varianten (die meisten davon, die frühen, zu beschämend zu zeigen) wird diese Webseite nun (endlich) mit einem halbwegs vernünftigen CMS (WordPress) umgesetzt. Eigentlich eignet sich die Software nicht unmittelbar dafür, was mit der Seite passieren soll, aber in der Lehre und in verschiedenen Webprojekten hat es sich bewährt, so. Derzeit werden nach und nach alle Funktionalitäten eingebaut, dennoch knirscht es hin und wieder noch etwas, das ist aber okay, I guess.

In vier Stunden bekomme ich (endlich) meine Promotionsurkunde.
20:40 Uhr: erledigt. (Das war eine etwas längliche, aber interessante und natürlich auch würdevolle Veranstaltung, über die man an anderer Stelle ausführlicher lesen kann.)

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Abstract Dissertation “Der digitale Autor?”

14. Januar 2009 Keine Kommentare

Hartling, Florian, 2007a: Der digitale Autor? Zur Autorschaft unter den Bedingungen des Dispositivs Internet. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie. Vorgelegt der Philosophischen Fakultät II der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am 02.07.2007. Verteidigt am 27.02.2008.

Der literarische Autor steht seit langem unter kritischer Beobachtung. Für viele Jahre hat das poststrukturalistische Diktum vom “Tod des Autors” (Roland Barthes) die theoretische Debatte autorkritisch überformt. Seit den 1990er Jahren ist allerdings die machtvolle “Rückkehr des Autors” (Fotis Jannidis et. al.) in den Diskurs festzustellen. Ironischerweise aber scheint das verabschiedete Diktum vom Autortod weiterhin Gültigkeit im jüngsten literarischen Medium zu besitzen und dabei veraltete Vorstellungen fortzuschreiben. Das Internet, so die euphorischen Hypertexttheoretiker, würde den Autor endgültig verabschieden und endlich den “schreibenden Leser” hervorbringen (George P. Landow).

Mit dem Boom und der Etablierung der Netzliteratur ist im Internet tatsächlich ein Aufleben des literarischen Autors zu beobachten. Dabei rivalisieren unterschiedliche Autormodelle miteinander, je nach künstlerischer Konzeption und Hyper-Poetik. Es sind zum einen Selbstinszenierungen mit einem regelrechten Personenkult möglich, aber auch kollektive und marginalisierte Autorschaftsmodelle können festgestellt werden. Schließlich suchen sich Autoren im Netz sogar zu ‘befreien’.

Die Bedingungen, unter denen sich diese Prozesse im Netz vollziehen, sind allerdings noch unklar; damit aber bleibt offen, wie die zu beobachtenden Phänomene tatsächlich ursächlich aus der medialen Strukturen erklärbar sind. Es fehlt eine systematische Beschreibung und Analyse des ‘digitalen Autors’ sowie der Bedingungen von Autorschaft im Internet. Diesem größeren Forschungsdesiderat nimmt sich die vorliegende Arbeit an.

Es wird herausgearbeitet, dass schon die jüngere Diskussion um Autorschaft in der Literaturwissenschaft samt angrenzenden Disziplinen eine reiche theoretische Basis bietet, an die produktiv angeknüpft werden kann. Bereits bei diesem Erkenntnistransfer wird evident, dass bestimmte vortheoretische Annahmen um den Autor im Internet verabschiedet werden müssen.

Um die Rahmenbedingungen zu klären, unter denen digitale Autoren agieren, erweist sich das Modell des Dispositivs (Foucault, Hickethier) als äußerst nützlich. Es ist zum ersten als holistisches Konzept geeignet, das komplexe Phänomen Autorschaft als ein analysierbares Netz von Bedingungen zu erfassen. Zum zweiten lässt sich die Verbindung zwischen Netzdispositiv und Online-Autorschaft als von Machtstrukturen geprägt rekonstruieren, wobei sich Dispositiv und Netzautoren gegenseitig beeinflussen. Drittens wird auf die Ebene der handelnden Subjekte rekurriert und damit die literarische Produktion des Einzelnen beschreibbar. Letzteres wird außerdem durch die “Empirische Theorie der Literatur” (ELT) und dem damit verbundenen Handlungsrollenmodell theoretisch fundiert.

Als maßgebliche dispositivitären Rahmenbedingungen von Internet-Autoren werden vier Faktorenbündel intensiv und detailliert diskutiert: Philosophische, technische, ökonomische und rechtliche Bedingungen des Internets formen die literarische Autorschaft vor und schlagen sich somit auch in den künstlerischen Arbeiten nieder. Umgedreht wird das Dispositiv zudem (eingeschränkt) durch die Aktivitäten der Autoren beeinflusst.

Resultierend wird ein Modell der literarischen Autorschaft im Internet erarbeitet. Dabei zeigt sich das kulturelle Phänomen Autor auch im Internet als so wirkungsmächtig, dass die Befreiung unter dem Schlagwort “dissoziierte Autorschaft” letztlich nicht vollständig gelingt.

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Abstract Magisterarbeit “Netzliteratur – Literatur im WWW”

14. Januar 2009 Keine Kommentare

Hartling, Florian, 2002: Netzliteratur – Literatur im WWW. Gibt es einen Kanon der elektronischen Literatur im WWW? Magisterarbeit. Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften. Universität Halle-Wittenberg.

Netzliteratur ist ein relativ junges Phänomen, welches seine Wurzeln sowohl in den Experimenten der visuellen und konkreten Poesie als auch in den Anwendungen von Hypertext hat. Mit der zunehmenden Bedeutung und Nutzung von Computer- und Netzwerktechnologien ist diese neue Form von Literatur “erwachsen” geworden: Gegenwärtig wird sie als eine der wichtigsten Einflüsse der gegenwärtigen Kunst angesehen. Netzliteratur verbindet nicht nur Sound, Video und Animationen mit interaktiven Elementen und erlaubt damit neue Formen künstlerischen Ausdrucks. Sie löst darüber hinaus die traditionellen Rollen des literarischen Systems auf: Der Tod des Autors bedeutet die Geburt des schreibenden Lesers.

In dieser Studie soll das Konzept des “Kanons”, was in der traditionellen (empirischen) Literaturwissenschaft entwickelt wurde, auf Netzliteratur übertragen und nutzbar gemacht werden. Die Leitfragen ist dabei: Ist gegenwärtig bereits ein solcher Kanon existent und wie modelliert er sich heraus? Basierend auf dem Handlungsrollenmodell und einer Modifikation von Karl Erik Rosengrens mention analysis wurde ein Sample von deutschen Aufsätzen und Besprechungen zu Netzliteratur untersucht. Von zentralem wissenschaftlichen Interesse war dabei: Wie beziehen sich die Autoren auf Netzliteratur? Welche Projekte und Texte werden als bereits kanonisiert angesehen? Welche Internetdienste beeinflussen diesen Kanonisierungsprozess und wie?

Diese Studie versteht sich schließlich vor allem auch als Test der Anwendbarkeit von Rosengrens Methode für die Untersuchung von Netzliteratur: Ist es zulässig, für diesen Zweck eine Methode zu benutzen, die ursprünglich zur empirischen Analyse des traditionellen literarischen Kanons entwickelt wurde. Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Diskussion um die Anwendbarkeit von traditionellen Methoden auf das neue Medium Internet überhaupt.

“Net literature” is a relatively young phenomenon that has its roots as well in the experiments of visual and concrete poetics as in the application of hypertext. With the extensive use of computer- and network-technologies today this new kind of literature has grown up and is now considered to be one of the most important influences of recent art. Not only does “net literature” connect sound, video and animation with interactivity and allows new forms of artistic expression. It also destroys the traditional functions in the literary system: The death of the author gives birth to the writing reader.

In this study a first attempt is made to apply the concept of “canon” to “net literature”: Is there already a “canon” existing and if so, what are the techniques that are used to form this “canon”? Based on a theory of action and a modification of Karl Erik Rosengren’s “mention technique” a sample of German reviews on “net literature” was analyzed. The main research interests were: How reviewers refer to “net literature”, which projects are considered to be of exceptional quality and which internet services influence this process of canonization (and how).

This study is also regarded as a test of the applicability of Rosengren’s method for the analysis of “net literature”: Is it valid to use a method that was originally designed for the empirical study of the (traditional) literary canon for this purpose?

Weitere Informationen

Begleitende Webseite zur Magisterarbeit

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